Er steht ganz hinten auf dem Court. Jeder im United Center in Chicago weiß, dass Michael Jordan jetzt Großes plant. Planen muss! Denn der Battle im 88er Slam Dunk Contest gegen Langzeitrivale Dominique Wilkins ist ein harter. Er nimmt Anlauf. Er rennt übers gesamte Spielfeld. Und als er an der Freiwurflinie ankommt, springt er ab – und dunkt. Eine Legende ist geboren.

Bis heute gilt der Freethrowline-Dunk von Michael Jordan als einer der spektakulärsten wie wichtigsten Dunkings der Basketballgeschichte. Doch nicht nur sportlich war das, was der damals 24 jährige MJ da vollführte, ein Erfolg. Auch sein Schuhsponsor Nike erfreute sich.

Der Air Jordan 3 wird geboren

Der junge Michael Jordan wollte zu Beginn seiner Karriere ursprünglich zu adidas, ließ sich dann allerdings doch auf die Brand aus Beaverton ein, war aber nach Veröffentlichung seines zweiten Pro-Shoes weiterhin nicht optimal gestimmt. Nike löste daher den Vertrag mit seinen Designern Peter Moore und Bruce Kilgore und holte sich ihren aufstrebenden Designstar Tinker Hatfield ins Boot, der mit unter anderem dem Nike Air Max 87 kurz zuvor Furore gemacht hatte. Dieser Tinker hatte also nun zur Aufgabe, auf der einen Seite MJ und auf der anderen Nike zu überzeugen und machte sich auf, mit dem Air Jordan 3 einen gänzlich neuen Ansatz zu verfolgen. Dies ergab nach vielen Gesprächen drei wichtige Punkte: der Air Jordan 3 sollte ein Mid-Cut werden, um die Leichtigkeit wie Beweglichkeit des Schuhs zu gewähren, er sollte die Air Bubble sichtbar machen, funktionierte dies doch beim Air Max 87 so optimal wie revolutionär und, für den besonderen Look, nahm sich Tinker dem Elephant-Print an, mit welchem er bereits ein Jahr zuvor dem Air Trainer Safari zu Aufsehen verhalf. Michael zeigte sich begeistert, blieb bei Nike und führte den Air Jordan 3 beim All Star Game 1988 aufs Spielfeld.

„Die Sneaker Welt wartet“

„Die Story hinter dem Air Jordan 3 Black Cement, mit dem Air Jordan 40 Punkte im All Star Game machte und dann MVP wurde, und die, des White Cement, den er im Slam Dunk Contest trug, ist einfach nur historisch“, so Jordan Sneaker Head Asti im Interview. Mit 38 Jahren verfolgt der Sammler seit mehr als 20 Jahren das Treiben des Jordan Brand. „Hinsichtlich des Tinker Jordan 3, da kann man sich streiten, ob dieser Schuh nicht eher wie ein Nike Flight rüber kommt. Aber von der Qualität muss ich sagen, hat sich die Jordan Brand schon gesteigert in den letzten Jahren. Dennoch rechtfertigt die ausgeführte Qualität an den Schuhen nicht den Preis, den diese Marke aufruft. Da muss man schon ehrlich sein.“

Wie würdest du die anstehenden Retros bewerten?
Die bevorstehenden Jordan Retro Modelle schätze ich eher durchschnittlich ein, auch wenn da einige Modelle erscheinen werden, auf welche die Sneaker Welt seit längerem wieder wartet. Zum Beispiel den Jordan 3 Katrina oder auch den Jordan 11 Concorde. Auf was man sich auf jeden Fall freuen dürfte, sind die Kollaborationen zwischen der Jordan Brand und Drake oder auch die, die mit Virgil Abloh und Off-White kommen werden. Die Retromodelle der letzten zwei Jahre schätze ich eher mittelmäßig ein. Beispielsweise hat man es versäumt, bestimmte Farbgebungen zu bestimmten Zeitpunkten zu Release wie z.b den Jordan 11 in rot.

Hat die Jordan Brand also ein Problem?
Die Marke hat auf jeden Fall ein Problem in wirtschaftlicher Hinsicht und im Bezug auf andere Unternehmen wie adidas, da adidas auch neue und futuristische Modelle raus gebracht hat und auch noch raus bringen wird. Jordan lebt einfach von seinen Retromodellen und das kann die Marke meiner Meinung nach nicht mehr so lange am Leben halten. Lediglich die Kollaborationen und einige Retromodelle in der OG Form geben Jordan noch Überlebenschancen.

Auf welche Colorways freust du dich im Jahr 30 nach Release des Air Jordan 3 dennoch?
Von den OG CWs des 3ers fehlt mir aktuell nichts. Ich freue mich aber sehr auf den 3er Katrina und den Off-White 3er, wenn dieser denn dann wirklich mal kommen sollte.

It’s history

30 Jahre Air Jordan 3 ergeben eine Historie, die ungebrochen wichtig wie spannend ist und Nike sicherlich für ihre Zwecke zu nutzen weiß. Die Justin Timberlake Version samt Secret Release zum Superbowl sowie der Secret Release des Black Cement, die anstehende Veröffentlichung des Dunk Contests sowie der Tinker Hatfield Hommage und der angekündigte Air Jordan 3 Katrina sprechen da eine deutliche Sprache. Es bleibt eben auch die Hoffnung, dass der Sneaker dem Träger das verleiht, was er Michael Air Jordan vor 30 Jahren verlieh – die Kraft, von ganz weit draußen zu kommen und Unvorstellbares zu schaffen.

photo: sneakerbardetroit / sneakernews

Autor: Amadeus Thüner

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