Nike wechselt Führung | CEO Mark Parker tritt ab

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Mark Parker übergibt an John Donahoe

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Mark Parker kam 1979 als Designer zu Nike – Er war 13 Jahre (seit 2006) als CEO für Nike tätig

Es ist das Ende einer Ära. Nach 13 Jahren an der Spitze von Nike wird Mark Parker seinen CEO-Posten aufgeben. Der 64-jährige bliebt aber eng mit dem Swoosh verbunden, schon weil er weiterhin den Vorsitz des Verwaltungsrates (Board of Directors) ausübt. Allerdings wird er vom Tagesgeschäft ein Stück weiter entfernt sein als bisher. Bevor Parker 2006 zum CEO von Nike ernannt wurde und damit die Nachfolge des legendären Phil Knight antrat, brachte er es bereits auf mehr als zwei Jahrzehnte im Unternehmen. Er wusste seinerzeit also schon recht genau, was ihn als Chef des weltgrößten Sportartikelherstellers erwarten sollte.

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Neuer Nike CEO Jon Donahoe – ehemals CEO von ServiceNow

Auch Parkers Nachfolger ist in Beaverton kein Unbekannter. John Donahoe sitzt seit dem Jahr 2014 im Board of Directors – praktisch an der Seite von Noch-CEO Parker. Er kennt die Herausforderungen, denen sich auch Nike stellen muss. Allerdings ist sein beruflicher Background im Vergleich zu Parker, der einst als Designer bei Nike anfing, doch ein ganz anderer. Donahoe ist ein Tech-Manager, was schon einen Hinweis darauf geben könnte, was sich Nike von ihm erhofft. Nach vielen Jahren bei der Beratungsfirma Bain Capital übernahm er 2005 die Führung bei eBay, wo er auch bei dem inzwischen abgespaltenen Bezahldienst Paypal wichtige Weichenstellungen vornahm und diesen zu einem technologischen Vorreiter machte. Zuletzt war Donahoe beim Cloud-Computing-Anbieter ServiceNow angestellt – ebenfalls als CEO.

Wird Nike zum Tech-Unternehmen?

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Wird Nike mit dem Führungswechsel eine neue Digitalstrategie einleiten?

Beobachter werten die Ernennung Donahoes auch als Hinweis, dass Nike mehr und mehr zu einem Technologieunternehmen wird, das sich die Vorteile der Digitalisierung noch stärker zu Nutzen machen möchte. Der Ausbau des digitalen Angebots (Apps) sowie eine engere Interaktion mit den Kunden, aus der sich mittels Big Data neue Erkenntnisse gewinnen lassen, dürften bei Donahoe ziemlich weit oben auf der Agenda stehen. Donahoe wird zudem den Ausbau der digitalen Sales-Kanäle forcieren. Eine ähnliche Strategie verfolgt im Übrigen auch Konkurrent adidas, sehr zum Ärger vieler Händler und kleinerer Sneaker Stores, die immer weniger vom Kuchen abbekommen und zunehmend unter Druck geraten. Aus Nikes Perspektive ist eine solche Priorisierung des eigenen Vertriebskanals hingegen nur konsequent. Mit ihr lassen sich am Ende schließlich höhere Margen erzielen.

Der kreative Input, den Parker geliefert hat, ist von Donahoe kaum zu erwarten. Er wird in dieser Hinsicht vermutlich ganz seinen Design-Teams vertrauen. Nimmt man die Entwicklung der vergangenen Monate zum Maßstab, so scheint Nike hier aber durchaus auf dem richtigen Weg. Es mag nur Zufall sein, dass Nike-Konkurrent Under Armour praktisch zeitgleich einen Wechsel an der Konzernspitze bekannt gab. Dort tritt Gründer Kevin Plank zum Jahreswechsel zurück vom CEO-Posten. In der Vergangenheit gab es mehrfach Gerüchte, Nike könnte an einer Übernahme von Under Armour Interesse haben. Ob diese Spekulationen unter der neuen Führungsmannschaft erneut aufkommen werden, ist fraglich.

Das Statement von Nike findest du hier: Nike News.

Credits: Nike

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