Daniel Benz und sein Store Asphaltgold sind aus der hiesigen Sneaker Shop Landschaft nicht mehr wegzudenken. Der in Darmstadt ansässige Store hat sich seit seiner Gründung einen Namen in der Sneaker Community gemacht und überzeugt seitdem durch starke Projekte und Kollabos, wie zuletzt mit KangaROOS. Vor wenigen Wochen eröffnete Dani seinen zweiten Shop, den Asphaltgold Club kurz AGC, der ebenfalls in Darmstadt und fußläufig zu ersten Asphaltgold beheimatet ist.

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Wir haben Dani zu seinen Beweggründen befragt, aber lest selbst, was er uns zu sagen hat.

Hallo Dani, Glückwunsch zur Store Eröffnung. Wann wuchs der Gedanke in Dir, ein weiteres Baby in die Welt zu setzen?
Vielen Dank. Durch die stetige Erweiterung unseres Sortiments lag es irgendwann auf der Hand einen zweiten Store zu eröffnen, zudem bot unser Shop am Friedensplatz einfach zu wenig Platz. Der feste Entschluss eine zweite stationäre Fläche zu bespielen kam dann im Sommer 2015. Bis die perfekte Fläche jedoch gefunden wurde, hat es entsprechend ein halbes Jahr gedauert.

Ihr hattet in der Vergangenheit mit Platzproblemen zu kämpfen, sagtest Du. Denkst Du, dass es derzeit ein Überangebot an Schuhmarken oder generell Produkten gibt?
Also an Schuhmarken keinesfalls. Da der sportauthentische Hintergrund bei Turnschuhen sehr wichtig ist, bleibt die Auswahl an Brands ja sehr begrenzt. Schaut euch mal die Denim Welt an. Hier ist die Markenvielfalt um ein x-faches größer.Überangebot an Modellen? Hmm, ja hier und da wäre es schön, ein Modell Mal etwas weniger auszuschlachten, um dem Hype etwas mehr Zeit zu geben.

Welche kleinere (Schuh)Marke hat Dich in letzter Zeit denn am meisten beeindruckt?
Sicher nicht mehr als  wirklich „klein“ zu betrachten, aber Filling Pieces macht schon einen sehr guten Job. Progressive Designs und dazu Top Qualität. Auch wenn ich persönlich mehr aus der Suede&Mesh Ecke komme, kann ich dem Brand und dessen Entwicklung sehr viel abgewinnen.

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Die Entwicklung des stationären Handels ist entgegen aller Prognosen in unserem Bereich ja eher positiv zu betrachten. Overkill eröffnete einen zweiten Laden in Berlin, 43einhalb eröffneten in Frankfurt und Du eröffnest nun einen zweiten Laden in Darmstadt. Wie siehst Du hier die Zukunft und was macht Dich so sicher, das stationär weiterhin „King“ bliebt?
Ich habe nie behauptet, dass stationär „King“ ist, aber ich sehe im stationären Handel alles andere als ein Auslaufmodell. Nirgendwo kann ein Produkt besser in Szene gesetzt werden, als auf der physischen Verkaufsfläche. Nirgendwo ist der Kundenkontakt persönlicher und direkter und das Feedback unserer Kunden ist uns sehr wichtig. Wer rein auf den Online Kanal setzt, der kann früher oder später ein wenig in die BlackBox verkaufen.

Der Aufwand, einen zweiten Laden zu eröffnen ist nicht gerade zu unterschätzen. Dein Team ist mittlerweile auf 60 Mitarbeiter angewachsen. Wie schaffst Du es, das alles zu managen? Bist Du selber noch in jeden Ablauf involviert?
An den meisten Prozessen bin ich selbst in unterschiedlichster Form beteiligt, ja. Dennoch ist es inzwischen natürlich unumgänglich, dass ich mich auf meine Kollegen verlassen kann und diesen vertraue. Ich denke, dass Menschenkenntnis zu meinen Stärken gehört und ich recht genau weiß, wer in welcher Position einen guten Job macht und grundsätzlich gut bei asphaltgold und unserer Philosophie ins Team passt. Es fühlt sich nach wie vor nach Familie an, auch wenn wir gewachsen sind.

Darmstadt ist wie Fulda eine Stadt, die man nicht unbedingt mit den Sneaker Hochburgen wie Berlin, Hamburg und München vergleichen kann. Trotzdem habt ihr eine große Fanbase. Was ist Deiner Meinung nach das Geheimnis dahinter?
Berlin – Sneaker Hochburg? Ok! Hamburg & München? Sehe ich etwas anders. Ich denke, das Thema spielt mittlerweile in allen Städten eine gewisse Rolle. Wichtig ist es einen glaubwürdigen Job zu machen. Du musst für die Sache brennen. Darmstadt ist im Herzen des Rhein-Main Gebiets ansässig einem Ballungsgebiet, welches als solches oft nicht wahrgenommen wird. Wir haben im Laden täglich Kunden aus Frankfurt, Mannheim, Mainz, Wiesbaden etc. Das sind alles Städte, welche in 20-35 Minuten erreichbar sind. Wir haben viel zu bieten und dementsprechend lohnt sich der Weg nach Darmstadt für viele eben auch.

Die oben genannten Läden werden ja alle stark mit deren Inhabern in Verbindung gebracht. Wie wichtig ist heutzutage, das ein Gesicht hinter dem Laden steckt.
Ich bzw. wir definieren uns natürlich zu einem Stück weit auch über die Sache. Entsprechend können und wollen wir logischerweise unsere Persönlichkeit nicht außen vorlassen. Letzten Endes ist es aber auch eine Typen Frage. Nicht jeder fühlt sich mit gewissen „öffentlichen“ Funktionen wohl und das ist auch voll Ok und sollte nicht erzwungen werden.

Was macht Dich so sicher, dass eben die Kids weiterhin Lust auf das Thema „Camp Out“ und Sneaker haben?
Kids? Zu unseren Kunden zählen Teenies wie auch alte Hasen. Beide sind uns gleichermaßen wichtig und erfahren die gleiche Aufmerksamkeit. Ich empfinde es als positiv, dass der Kundenkreis facettenreicher geworden ist. Ob die Nachfrage nach Turnschuhen für immer so groß bleibt? Keine Ahnung, ich bin jedoch bester Dinge. Das Thema hat unendliche Möglichkeiten und ist meine Meinung nach noch ausbaufähig.

Siehst Du es als wichtig an, gerade auch eine stationäre Verbindung zu euren Kunden aufzubauen, oder geht das nicht eigentlich auch „nur“ durch Facebook, Twitter, Snapchat und Instagram?
Wie oben beschrieben ist der persönliche Kontakt immer noch der direkteste und das ungefilterte Feedback ist uns immer noch sehr wichtig. Die Social Media Möglichkeiten sind heute natürlich unfassbar weitläufig und werden entsprechend von uns genutzt, aber ich bin froh, dass ich mich nicht für On- oder Offline entscheiden muss.

Euer Online Store ist im Vergleich zum stationären Handel noch immer im gleichen Design gehalten. Steht dort auch bald eine Veränderung an?
Das ist nicht ganz korrekt, denn erst dieses Jahr haben wir einige Veränderungen vorgenommen. Aber schön, dass du die Veränderungen nicht direkt bemerkt hast und ich sehe es eher als Kompliment, denn auch die neue Generation eines Porsche 911ers wird nicht immer direkt wahrgenommen. Wir sind stetig am optimieren., aber warum sollten wir es komplett umkrempeln? Dafür stehen wir zu sehr zu unserer Sache und sind bislang auf einem recht guten Weg, wie ich finde.

Kommen wir einmal auf das neue Konzept von AGC zu sprechen. Mit dem „Heat for Need“ Projekt schaffst Du es auf interessante Art und Weise, eine Verbindung zwischen Online und Stationär zu schaffen. Wie kam es dazu?
Kerngedanke war den Hype um viele Produkte zu nutzen um Gutes zu tun – HEAT for NEED eben. Besonders charmant empfanden wir hier den Brückenschlag von Online und Stationär.

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Wie kann ich mir das mit den limitierten Produkten genau vorstellen. Du hälst ein paar limitierte Produkte zurück, die dann für mehr Geld ersteigert/gekauft werden können?
Wir bieten sogenannte „Deadstock“ Produkte aus den letzten Jahren an, welche auf den Märkten inzwischen horrende Reseller Preise erzielen. Unsere Preise liegen über dem ursprünglichem UVP, aber immer noch unterhalb der durchschnittlichen Reseller Preise. Der Großteil der erlösten Umsätze kommt dann wechselnden Charity Projekten zu gute. Sprich: ein Kunde hat bei uns die Möglichkeit seinen Grail zu einem fairem Kurs zu erstehen und tut dabei noch etwas Gutes.

Die Branche hat in den letzten Jahren stark vom Kaufwillen der Szene profitiert und wir finden es prima, dass Du etwas zurückgibst. Welche Organisationen werdet Ihr in Zukunft noch unterstützen?
Gestartet haben wir mit Unterstützung der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V. aber auch weitere Naturschutz Projekte, oder aber auch die regionale Drogenhilfe stehen zur Auswahl. Wichtig ist uns, das es ein seriöser Partner ist, der 100% zu der Sache steht und authentisch ist.

Ist die Szene (die ja nachweislich auch immer jünger wird), an solchen Projekten überhaupt interessiert, oder ist es auch eine persönliche Herzensangelegenheit?
Natürlich ist es unsere Herzensangelegenheit, darum haben wir das Konzept ja entsprechend auch angelegt. Bislang ist das Feedback sehr positiv und auch die jüngeren Kunden sind größtenteils begeistert. Helfen hat für mich nichts mit dem Alter zu tun.

Kommen wir mal zum Interior des Shops. Von wem stammt das Konzept?
Ich habe das Design gemeinsam mit meinen Freunden von whythefriday.com entwickelt und auch umgesetzt. Viel Herzblut ist geflossen und ich denke, das sieht nicht nur ein Architektur- und Designenthusiast.

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Du bist viel unterwegs. Welche Läden beeindrucken Dich designtechnisch zur Zeit am meisten?
Am wichtigsten ist mir immer zuerst immer der Vibe in einem Laden und das Design spielt hier erstmal die zweite Geige. Der Shop muss freundlich und einladend sein. Ich bin z.B. ein großer Fan vom aktuellen Saturdays Shop in New York. Die Jungs sind super entspannt und der Laden „on point“. Im Hinterhof gibt es eine schöne Fläche zum verweilen, besser geht es kaum. Gerade letzte Woche erst war ich das erste Mal im Solebox München. Der Spiegeltunnel im Eingangsbereich ist Bombe, der macht definitiv was her.

Für dein letztes asics Projekt hast Du eine eigene Tasche produziert, welche perfekt auf die Schuhe abgestimmt war. Steht die Produktion weiterer Textilien und Taschen auch weiterhin im Fokus, oder war das eine einmalige Sache?
Seit einigen Jahren produzieren wir ja nun schon eigenen Stuff: T-Shirts, Taschen, Jacken, Caps, Laces und auch künftig wird eigener Output präsentiert. Viel mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, aber es ist und bleibt natürlich eine Herzensangelegenheit.

Was hält die Zukunft sonst noch für Dich, das Team und die Stadt bereit?
Ich bin dem aktuellen Stand sehr zufrieden und es ist nicht mein Ziel den Store künstlich aufzublasen. Emotion ist und bleibt King und daher seid gespannt.

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Danke Dir für das Interview, Dani und viel Erfolg weiterhin.

Asphaltgold Club
Ludwigsplatz 8a
64283 Darmstadt

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Autor: Pascal Prehn

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